„Alltag.
Sonnenaufgänge, Sonnenuntergänge, Verpflichtungen, Gewohnheiten, Spaß, Wut, Freude. „

Jeder hat seinen eigenen Ablauf, um die 24 Stunden des Tages mit unterschiedlichsten Aktivitäten zu füllen. Ich gehe in die Schule, komme nach Hause, lerne, mache Sport, schreibe einen Artikel für meinen Blog,  esse Etwas und schlafe schließlich. Um das Ganze am nächsten Tag zu wiederholen. Andere gehen den halben Tag in die Arbeit, kümmern sich um ihre Kinder, kochen das Essen, bringen den Haushalt in Schuss und haben am Abend noch etwas Zeit für sich, um zur Ruhe zu kommen und vielleicht auch, um in andere Welt zu flüchten. In eine Welt, in der sie Zeit für sich  haben und das machen können, worauf sie wirklich Lust haben, ohne dass sie denken dies oder jenes erledigen zu müssen, weil sie es jemanden schuldig sind. Oder weil es sich eben so gehört.  Manchmal stecken wir in diesem Alltag fest und kommen nicht weiter; sind festgebunden an der Monotonie des Lebens und leben in den Ruinen unserer Gewohnheiten. Obwohl wir so viele neue Dinge ausprobieren möchten. Wir haben nicht  die Geduld, die Zeit und die Ruhe um nach links und nach rechts zu schauen, sondern verfolgen eine scheinbar klare Linie, die uns zum Ziel führen soll. Dabei sind die kleinen Wege , die verschnörkelten, erst dunkel und verwirrend scheinenden Pfade vielleicht schöner,  abwechslungsreicher und öffnen ganz neue Perspektiven. Aber wir haben unser Leben nach Erfolg ausgerichtet. Wollen in allem gut sein und das Maximale aus uns  herausholen. Deswegen gibt es  strenge Gebote, die wir uns selber aufgestellt haben, um Ziele und Anforderungen zu erreichen, die keinen Blick zur Seite zu lassen. An  vielen Dingen gilt es kontinuierlich zu arbeiten und dranzubleiben – denn  ohne Fleiß kein Preis. Jeder hat seine ganz persönliche Liste, die er gerne realisieren möchte. Schöneren Körper, Erfolg in der Arbeit und in der Schule, besser werden in dem was man gerne macht – am Besten gleich alles bis aufs Optimum verändern. Aus diesen Tätigkeiten die ständig erledigt werden müssen ergibt sich der Begriff des Alltags – Dinge, die  alltäglich,  also jeden Tag  von der ToDo Liste abgehakt werden sollen. Im Bestfall.

Aber das Dasein  ist endlich und man darf nicht den Augenblick verpassen auf das Zug namens L e b e n aufzuspringen. Jeans Jaques Rosseau sagt zum Beispiel: “ Das Leben ist kurz, weniger wegen der kurzen Zeit, die es dauert, sondern weil uns von dieser kurzen Zeit fast keine bleibt, es zu genießen.“  Das Genießen bleibt uns verweht, weil wir uns übernommen haben.  Weil wir zu viele Dinge gleichzeitig erledigen müssen. Am Morgen des Tages schreiben wir schnell eine Liste, die scheinbar fünfzig verschiedene Verpflichtungen enthält und die wir alle bewältigen wollen.  Beim Aufschreiben der Punkte stellt man sich vor, wie man Abends im Bett liegt und stolz auf sich ist dieses eigens gestellte Pensum bewältigt zu haben. Insgeheim aber weiß man schon, dass der innere Schweinehund kommen , sich mit seiner ganzen Faulheit neben sich fläzten  und am besten noch genüsslich mit einer Banane und  Erdnussbutter,  neben sich setzen wird. Dann sind alle Vorsätze über Bord geworfen und das Bett scheint auf einmal unheimlich einladend und  gemütlich. Sollten wir nicht die  Freiheit haben unsere 24 Stunden  mit den Dingen zu füllen, die wir machen    w o l l e n und nicht m ü s s e n, weil sie uns Spaß machen und wir eine innere Zufriedenheit spüren, wenn wir uns mit diesen Aktivitäten beschäftigen? Weil wir Genießer sind, die von dem Zug  L e b e n  eine schöne Aussicht nach rechts und links, in die unterschiedlichsten Landschaften haben wollen. Wenn ich meine Whatsapp Kontakte durchgehe, finde ich auf Anhieb ein paar Statuse, die genau das zum Ausdruck bringen. “ Life is short always choose hapiness“, „What ever you decide to do – make sure it makes you happy“ . Dieses Gefühl, sich  seinen Alltag und auch sein Leben so  legen zu wollen, dass es einen glücklich macht scheint also ein weit verbreitetes Phänomen zu sein. Gibt es nicht viele Menschen die, ausgelöst durch die Monotonie und vielleicht auch durch Gefangenheit des Alltags, ein Jahr Pause machen wollen, um sich selber kennen zu lernen und -um im Lebenszug mitzufahren ?

Darum denke ich mir, sollten wir schauen, dass es zu diesem Bedürfnis nach Komplettabschottung gar nicht erst kommt. In Frauenzeitschriften oder in Ratgeberkalendern liest man, dass man sich das Leben so kreieren soll , wie man es sich in seinen Träumen vorstellt und die Dinge in seinen Alltag einbauen soll, die einem wirklich Spaß machen. Aber ist  das nicht einfach nur so dahingesagt ? Denn realistisch gesehen ist es gar nicht so leicht diesen Vorsatz umzusetzen. Das Geld muss irgendwie verdient werden, eine Schulausbildung muss auch her, der Führerschein kommt auch nicht von alleine und unangenehme Dinge sollen auch abgehakt werden. Es ist notwendig hart zu arbeiten, um etwas zu erreichen. Erfolgreiche Geschäftsleute, aber auch Blogger, die beruflich viel erreicht haben, haben ihren Erfolg nicht in die Wiege gelegt bekommen. Leider. Sondern sie haben hart, Tag für Tag und Tag für Tag geschuftet, um dort hinzukommen , wo sie heute sind. Doch es gibt eben auch diese Verpflichtungen, die wir wegen anderen Menschen machen. Hier sollte ein Mittelmaß an  Notwendigkeit und Vergnügen gefunden werden. Manche Dinge müssen eben erledigen, weil sie  lebensnotwendig sind. Wie Geldverdienen. Oder Kochen. Aber vielleicht gibt es doch ein paar Verpflichtungen von deren Fesseln man sich befreien kann. Hierzu würde ich mir eine Liste machen und Punkt für Punkt aufschreiben, wieso ich nicht glücklich bin und dann versuchen dagegen Abhilfe zu schaffen. Ich bewundere Leute, denen das gelungen ist. Die sogar ihren Job geschmissen haben, weil sich nicht mehr in diesen Ruinen der Gewohnheiten und der Verpflichtungen gegenüber anderen leben möchten. Viele denken auch an Reisen, wenn sie ihr leben umkrempeln wollen. Reisen dienen dazu neue Energie für den Alltag zu tanken und um eine neue Sichtweiße, einen Perspektivwechsel auf das bisherige Leben zu bekommen. Ein Whatsappstatus auf meinem Handy sagt mit zum Beispiel gerade: “ Travel as much as you can, as far as you can, as long as you can. Life is not meant to be lived in one place.“ Das Leben birgt so viele schöne Dinge, die gar nicht alle an einem Ort erfahren werden können . Wollen wir nicht alle ein Ticket für den Lebenszug und durch viele verschiedene Orte, Gebiete und Landschaften fahren? Neue Begegnungen machen und dem Alltagstrott entkommen? Doch leider finden sich viele Menschen nicht in der Position eine lange Reise anzutreten. Deswegen ist es auch hier wieder die Kunst, diese Reise im Alltag anzutreten und  sich sein Dasein, laut Frauenzeitschrift,  so zu richten wie man selber gerne möchte. Kleine Inseln der Ruhe, eine tolle Aktivität und auch ein „Satz mit Nein“ kann dabei helfen. Dietrich Bonhoeffer hat einmal gesagt:“ Es gibt ein erfülltes Leben trotz vieler unerfüllter Wüsche“. Das kann ein Trost sein, der hilft, wenn man es gerade mal nicht schafft die Aussicht links und rechts zu geniessen. Darum: Lasst uns versuchen, uns  vom Ballast des Alltags freizustrampeln und jeden Tag ein bisschen wie eine Reise leben!

Andertag.
Sonnenaufgänge, Sonnenuntergänge, Freiheit, Erfüllung, Reise, Freude, Besinnung“

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