Erfahre, wie du deine deine eigenen Modezeichnungen erstellen kannst und auf was du achten musst + einfach Erklärung in 3 Schritten. Fashion Illustrations | Fashionsketch | Fashionsketchbook | ModeIillustration | Hermine on walk
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So erstellst du deine eigene Modezeichnung – ohne dabei zu verzweifeln

Mit welcher Methode du das Zeichnen von Mode Illustrationen lernen solltest, um langfristig Spaß und Erfolg zu haben.

Jeder, der gerne zeichnet, oder es gerne tun würde, kennt doch bestimmt dieses Phänomen: Man sieht eine schöne Mode Illustration in einer Zeitschrift, auf Pinterest oder auf einem  Blog und ist  total  begeistert. Am liebsten würde man auch so was zeichnen können. Deswegen sitzt man sich daheim gleich mal an den Schreibtisch, holt seinen Zeichenblock und ein paar Stifte hervor und denkt sich: ‘das wird ja wohl nicht so schwer sein’. Aus der anfänglichen Euphorie wird dann aber doch ganz schnell Missmut, denn des Vorhaben scheint doch nicht so einfach zu sein wie anfangs gedacht. Man ist frustriert und lässt das  mit den Modezeichnungen ganz schnell  bleiben.

Was macht man mit solch einer Situation? Wie kann man sich motivieren an einer Sache zu bleiben, obwohl sie eigentlich ziemlich hoffnungslos erscheint ? Wie lernt man, schrittweise an sich zu arbeiten ?

Ich habe ehrlich gesagt selber oft mit diesen Problemen zu kämpfen und deswegen auch noch  nicht DIE passende Antwort gefunden. Aber da ich eigentlich schon von klein auf kreativ bin, erkläre ich euch einfach mal meinen Methoden.

1 Kontinuität

Das ist wohl der wichtigste Punkt, um irgendeine Sache neu zu erlernen. Gehen wir gleich nochmal zurück zum oben beschrieben Szenario.

Ihr versucht euer Glück im Modezeichnungen erstellen, scheitert aber. Ihr habt sofort keinen Bock mehr und wollt auf liebsten den Stift in die Ecke donnern. Logische Folgerung:  der Zeichenblock wirst erst einmal wieder im Schrank verstaut und dann auch für längere Zeit dort bleiben. Was euch fehlt ? Die Kontinuität.

Kontinuität hat nämlich zur Folge, dass ihr am nächsten Tag wieder von vorne anfangt und nochmal euer Bestes gebt. Ihr lasst euch nicht von einem blöden Erlebnis herunterziehen, sondern wagt  einen weiteren Versuch. Solange bis ihr irgendwann die ersten Erfolge sehne könnt.

Dabei steht jedoch nicht im Vordergrund, dass ihr euch verbissen an die Arbeit wagt und auf Biegen und Brechen ein tolle Modezeichnung zu Stande zu bekommen wollt. Denn dann könnt ihr sofort einpacken. Wenn eure  Ansprüche an euch selber gleich so hoch geschraubt sind, wird es enorm schwer diesen gerecht zu werden. Und  steht  am Ende des Tages wieder geknickt da.

Lernen in kleinen Portionen

Damit ihr diesem Kreislauf entkommt, solltet ihr kleine Schritte wagen. Und zwar jeden Tag ! Nicht einmal 5 Stunden am Stück, sondern zwischen 15 und 20 min. Die zeitliche Dauer variiert je nachdem was ihr euch beibringen wollt. Vokabellernen soll man zum Beispiel ca. 10 min pro Tag.

Geht es ums Improvisieren beim Klavierspielen, empfiehlt mir mein Lehrer 5 Minuten pro Tag. 5 Minuten, in denen ich einfach am Klavier herumklimpere, verschiedene Techniken ausprobiere und mein Gehirn in Bewegung setze. Diese kurzen Impulse sorgen dafür, dass es im Nachhinein weiterarbeitet und erst dann den eigentlichen Lernprozess in Gang setzt – obwohl ich gar nicht mehr aktiv an einer Sache arbeite.

Aufbau von Grundkenntnissen

Kontinuität sorgt außerdem dafür, dass ihr nicht unbedingt schneller Erfolge sehen werdet, sondern Schritt für Schritt euer Können aufbaut. Dadurch verfügt ihr über einen soliden Grundstock und werdet deswegen langfristig in einer Sache gut. Dazu ein kleines Beispiel:

10 Minuten vs. 3 Stunden Arbeit

Es gibt 2 Personen, die eine zeichnet jeden Tag 10 bis 15 Minuten , die andere gleich 3 Stunden am Stück, aber nur in sehr unregelmäßigen Abständen. Aufgrund der langen Arbeitszeit hat sie gleich etwas gutes zu Stande gebracht, weil sie oft von vorne anfangen und ausbessern konnte. Auf den ersten Blick scheint sie deswegen erfolgreicher zu sein, wird aber in nächster Zeit den Stift höchstwahrscheinlich erst einmal wieder liegen lassen, weil ihr der letzte Kraftakt noch zu sehr im Rücken liegt.

In dieser Zeit arbeitet die 10 Minuten Person jedoch kontinuierlich weiter und baut  sich in kleinen Schritten Grundkenntnisse auf, welche sie nach kurzer Zeit mühelos anwenden kann. Der 5 Stunden Mensch wird bei jeder neuen Skizze, lange an den Proportionen der Figurinen herumfeilen und sich jedes Mal schwertun, weil er das Gelernte innerhalb seiner Arbeitsphasen schon längst wieder vergessen hat. Der kontinuierlich arbeitende Mensch, übt jeden Tag Proportionen zu  zeichnen, hat deswegen mit der Zeit den Dreh raus und ist langfristig gesehen wesentlich erfolgreicher.

Deswegen zusammenfassend gesagt: Übt in kleinen, aber täglichen Arbeitseinheiten und seid dabei nicht zu streng zu euch selber – was uns gleich zu Punk 2 führt.

2 Keine zu hohen Erwartungen

Ich bin mir sicher, dass sehr viele Menschen mit unmöglichen Erwartungen an sich selber zu kämpfen haben. Sie setzten die Messlatte so hoch, dass es zum Teil fast unmöglich ist sie zu erreichen.

Ich zähle mich zu diesen Menschen voll und ganz dazu. Ich neige dazu mir utopische Ziele zu stecken, die ich dann sowieso nicht umsetzte. Am Ende des Tages ärgere ich mich über mich selbst, denke ich bin nicht gut genug und habe eigentlich gar keine Lust mehr von vorne zu beginnen. Das hat zur Folge, dass ich an einer Sache lange nicht mehr arbeitete und dann irgendwann gestresst und besorgt bin, dass ich meine Ziele nie erreiche. Deswegen erstelle ich mir wieder unerreichbare Arbeitspläne, die die versäumte Zeit wieder revidieren sollen … Ein ewiger Kreislauf.

Dieses Phänomen ist extrem unproduktiv.

Realistische Aufgaben festlegen

Viel besser ist es sich von Vorhinein erreichbare Aufgaben zu stellen, die auch umzusetzen sind. Das Erfolgsgefühl stellt sich auf diese Art und Weise nämlich wesentlich schneller ein.  Fühlt ihr euch gut, ist die Motivation am nächsten Tag weiterzuarbeiten (Stichwort  Kontinuität !) viel viel höher. Was wiederum dafür sorgt, dass ihr für lange Zeit an einer Sache arbeitet und immer besser und erfolgreicher in ihr werdet.

Mit kleinen Zielen, Können aufbauen

Mit Modezeichnungen verhält es sich ähnlich. Stellt sich nicht gleich Erfolg ein ist kein Ansporn da, um weiterzumachen. Habt nicht gleich den Anspruch die tollste Illustration mit aufwendiger Farbgebung, starker Stilisierung und einer komplizierten Pose zu zeichnen. Sondern fangt klein an.

Modezeichnungen in 3 Schritten erstellen

1 Schritt

Lernt zu Beginn die Proportionen einer Figurine einzuschätzen und auf dem Papier umzusetzen. Probiert verschiedene Posen aus und ganz wichtig: skizziert nur ! Denn es ist wichtig, ein Gefühl für Modezeichnungen zu bekommen. Dazu müsst ihr in Schwung kommen und nicht Ewigkeiten an einer superdetailreichen Studie arbeiten. Das könnt ihr alles später mal wagen: Hier ein Beispiel: Diese  Zeichnung ist ohne große Mühen entstanden und zeigt 2 mögliche Ansichten einer Person. Außerdem stehen die Proportionen im Vordergrund.Erfahre, wie du deine deine eigenen Modezeichnungen erstellen kannst und auf was du achten musst + einfach Erklärung in 3 Schritten. Fashion Illustrations | Fashionsketch | Fashionsketchbook | ModeIillustration | Hermine on walk

2 Schritt

Seid ihr dann mit dem Figurinenzeichnen an sich sicherer, dann ist es an der Zeit verschiedene Techniken zur Gestaltung von Kleidung auszutesten. Ich empfehle hierfür immer Pinterest. Wenn ihr wollt könnt ihr euch auf meiner Pinnwand ‘Fashion Illustrations‘ umschauen – dort sammle ich nämlich lauter tolle Modezeichnungen. Ihr werdet bestimmt fündig an Darstellungsweisen von Klamotten, die ihr so auch gerne umsetzen wollt.

Schaut euch diese ganz genau an und zeichnet dann ab. Wo ist die Schattierung stärker, wo schwächer, wie ist der Faltenwurf gemacht, wie ist Spitze und wie durchscheinendes Material dargestellt ?  Macht alles was ihr seht nach – so primitiv und langweilig das auch klingen mag.

Bei dieser Modezeichnung habe ich versucht Fell auf etwas andere Art und Weise zu zeichnen. Als erstes habe ich es mit schwarzem Stift angedeutet und dann mit pinker Aquarellfarbe Farbe reingebracht. Wichtig hierbei ist es,  verschiede Töne zu verwenden, damit es plastischer wirkt.

Erfahre, wie du deine deine eigenen Modezeichnungen erstellen kannst und auf was du achten musst + einfach Erklärung in 3 Schritten. Fashion Illustrations | Fashionsketch | Fashionsketchbook | ModeIillustration | Hermine on walkMeine Hausaufgabe an dich:  Zeichne diese Illustration ab und versuche davon zu lernen. Wenn du willst, dann schick mir dein Bild. Das würde mich echt total freuen. Meine e-mail Adresse ist contact@hermineonwakl.de, oder markiere mich auf Instagram mit @hermineonwalk.

Ich persönlich habe zum Beispiel durch diese Illustration unheimlich viel gelernt. Ich glaube ich habe so vor ca. 1,5 Jahren gemacht. Neu für mich war der Faltenwurf, der nur durch unterschiedliche Schattierungen angedeutet wird.

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Diese Modezeichnungen waren mir eine große Hilfe von der Pose her. Nicht frontal, sondern im Sitzen und von der Seite:

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3 Schritt

Einige Modezeichnungen später, habt ihr dann schon einiges an Repertoire zusammen und es ist an der Zeit eure komplett eigenen Illustrationen anzufertigen. Nehmt euch dazu eine Fotografie zur Hand und wendet euer gelerntes Wissen an !

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So zumindest der Plan. Natürlich kann man zwischen den verschiedenen Lernstufen variieren. Ich will damit nur zum Ausdruck bringen, dass man nicht gleich erwarten sollte, das allerschwerste auf Anhieb zu schaffen, denn: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

So,  mit diesem Abschlusssprichwort wünsche ich euch ganz viel Erfolg beim Beginn eures Modezeichnungsprojekts. Immer dran denken: Kontinuität und realistische Erwartungen !

Das interessiert dich bestimmt auch: Mode Skizzen von Alexander McQueen – so sind sie entstanden  |   Mode Illustrationen zeichnen – trotz Mangel an Kreativität

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4 Kommentare

  1. Hannah

    Wow! Deine Modeillustrationen sind einfach nur wunderschön und inspirierend.>3
    Ich habe deinen Blog über Pinterest gefunden und ich muss ehrlich zugeben, das ich kein großer Fan von Blogs bin, aber deiner hat mir einfach auf Anhieb total gefallen und auch deine Texte finde ich richtig angenehm zu lesen und super inspirierend und normal finde ich Blogs immer so…hm..trocken -ja ich glaube das beschreibt es ganz gut, aber wie gesagt deinen Blog finde ich super spannend. <3<3<3
    Liebe Grüße
    Hannah

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